EIGENE BERICHTE
Bourkesittich-Mutationen
Arbeitsgruppe Bourkesittichmutationen der AZ-AGZ IG-Neophema Nord und IG-Neophema
Süd
W. Manegold(37335), J. Hoschka(10295), T. Schröter( 7753 )
Probleme bei den Farbunterscheidungen zwischen "Heller
Falbe"(Palefalbe), "Dunkler Falbe"(Bronzefalbe) und Zimt-Bourkesittichen
(Neopsephotus bourkii ( Gould, 1841 ) ) - engl.: Bourkeparrot - frz.: Perruche
de Bourke
Heute möchten wir Ihnen an dieser Stelle, drei Mutationen des Bourkesittich´s vorstellen, die Probleme bei den Unterscheidungen aufwerfen.
Im laufe der letzten Jahrzehnte wurden einige Fehler in der Beschreibung gemacht, die bis heute noch Gültigkeit haben, aber nicht der Realität entsprechen. So wurden die Falben(Bronzefalben) zum Teil auch aus Unkenntnis als Isabell bezeichnet, aber mit den Isabell sind die heutigen Zimter gemeint und diese vererben immer Geschlechtsgebunden.
Selbst der AZ-Standard gibt keinen eindeutigen Aufschluss darüber
und ist unserer Meinung nach Fehlerhaft.
Hier ist z.B. unter der Farbbeschreibung „Zimt“ ein 1,0 Falbe(Bronzefalbe)
abgebildet.
Wenn man dazu noch die Farbbeschreibung ließt, wird man relativ schnell
erkennen das diese nicht wirklich zu dem Bild passt. Ein weiterer Fehler im
Standard ist, das unter dem Namen „Falbe“ die Mutation in Pastellgelb(Palefalbe)
abgebildet ist.
Leider hat dieses zur Folge das es heute, nach unserem Wissensstand,
in ganz Europa nur noch wenige Einzeltiere in der Mutationsfarbe Zimt noch
gibt.
Dafür haben wir aber genügend reinerbige Falben, die allerdings
als „Zimter“ ausgestellt werden, aber keine „Zimter“
sind. Und wir haben Pastellvögel, die als „Falben“ ausgestellt
werden, aber keine echten „Falben“ sind.
Dieses hat sich auch wieder auf der letzten AZ-Bundesschau gezeigt.
Nach unserer Ansicht waren in der Schauklasse der Zimter, dort keine „echten“
Zimter,
sondern nur Falben(Bronzefalben) zu sehen.
Und bei den Falben waren Pastellvögel und Falbenvögel zu sehen.
Sie sehen, es gibt ein echtes durcheinander, was endlich der
Klärung bedarf.
Also ist es entweder notwendig, die Schauklassenbezeichnung zu ändern,
oder
(einfacher) den AZ-Standard zu aktualisieren.
ZUR ERKLÄRUNG:
Die Zimt-Mutation vererbt immer Geschlechtsgebunden.
Es werden nur noch braune Eumelanine produziert, die Menge der eingelagerten
Melanine bleibt aber unverändert.
Im Vergleich zum wildfarbigen Bourkesittich verändert sich die Einlagerungen
der Psittacine, sprich der gelben bis roten Farbstoffe in den Federn nicht.
Die Augenfarbe der Nestlinge ist bereits rötlich-braun - pflaumenfarbige
Augen.
Mit zunehmendem Alter wird die Augenfarbe noch dunkler.
Die Mutation "Dunkler-Falbe" (Bronzefalbe) vererbt
immer rezessive.
Alle Psittacine, sprich der gelben und roten Farbstoffe in den Federn werden,
wie bei der Wildform unverändert wiedergegeben.
Dagegen werden aber geringere Mengen an Eumelaninen in den Federn eingelagert.
Daraus folgt das alle bei der Wildform schwarzen oder Dunkelbraunen Gefiederpartien
bei der Bronzefalbe-Mutation hellbraun bzw. graubraun, eben aufgehellter wiedergegeben
werden.
Alle blaue Gefiederpartien sind beim Falben ebenfalls aufgehellt, da das Hintergrund-Melanin
im Federkern reduziert wird.
Die Augenfarbe ist rot und die Hornteile sind hellbraun bzw. graubraun.
Die Mutation "Heller Falbe"(Palefalbe)
Die Vererbung ist immer rezessiv.
Das Gelb dieser Vögel ist blass ( speziell bei 0,1 ) und kann durchaus
als Pastell bezeichnet werden. Beim Hahn zeigt sich das gelb auf dem Rücken
als etwas „schmutziger“.
Die Einlagerung von gelben bis roten Farbstoffe in den Federn ändert
sich im Vergleich zur Wildfarbe nicht.
Es werden nur noch geringe Mengen an Eumelaninen in den Federn eingelagert
das bedeutet, das in die äußere Federschicht eingelagerte Vordergrundmelanin
fast ganz fehlt und das Hintergrundmelanin stark reduziert wird.
Die Augenfarbe ist hellrot, die Farbe der Füße/Ständer ist
hell fleischfarben und die Hornteile immer unpigmentiert hell hornfarben.
Dunkler Falbe (Bronzefalbe)– rezessive Vererbung :
Farbbeschreibung:
Rücken und Flügeldecken sind zu einem hellem Braun reduziert und
sandgelb gesäumt.
Der Blauanteil im Flügelbug (und Stirnband beim 1,0) ist ebenfalls aufgehellt.
Die Unterschwanzdecken und Steißgefieder sind weiß.
Die Hornteile (Krallen und Schnabel) der Falben sind hellbraun.
Die Füße und Ständer sind fleischfarben.
Die Augenfarbe ist rot.
Zimt – geschlechtsgebundene Vererbung :
Farbbeschreibung :
Der Oberkopf, Nacken, Brust und Rücken besitzt eine rot-braune Färbung.
Der Bauch ist dunkel rosa-rot. Der Flügelbug und das Stirnband (1,0)
Blau, bei der 0,1
ist die Ausdehnung des Blauanteils im Flügelbug weniger.
Die Handschwingen sind dunkelbraun mit einer blauen Säumung an den Außenfahnen
Die Nasenhaut, Ständer und Zehen sind hellbraun.
Die Hornteile (Schnabel und Krallen) sind braun. Die Augenfarbe ist dunkelrot
Heller Falbe (Palefalbe) – rezessive Vererbung :
Farbbeschreibung :
Der Oberkopf und Nacken ist hellrosa, der Rücken und die Flügeldecken
sind Pastellgelb, die kleinen Flügeldecken weisen eine hell graubraune
Federzeichnung auf.
Der Flügelbug (und Stirnband beim Hahn), ist wie bei den wildfarbigen,
Blau gefärbt.
Schwanz und Schwungfedern sind hell Graubraun, mit einer weißen Säumung.
Das Steißgefieder ist hellblau.
Die Hornteile (Schnabel und Krallen) sind hell Hornfarben, die Füße
hell Fleischfarben
Die Augen sind Hellrot.
Dieser Artikel beinhaltet (unsere) Meine persönliche Meinung aufgrund von Berichten und eigenen Zuchterfolgen.
ACHTUNG ! :
Man beachte noch, das die Kombination von den beiden Farben
(Pastellgelb und Falbe) den allgemein als „Gelben“ oder auch als
„Goldgelben“ genannten hervorbringt, wie er z.T. in Holland und
auch bei uns angeboten wird.
Wolfgang Manegold (AZ: 37335)
Quellen : T. Martin – A Guide to Colour Mutation&Genetics in Parrots
H. Bielfeld – Grassittiche
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