Haltung

Der Bourkesittich ist ein kleiner gewandter Sittich, der gut und ausdauernd fliegen kann.
Da er sich aber auch viel auf dem Boden aufhält ist er ein guter "Läufer" und außerdem klettert er behände im Gezweige umher.
Aus diesem Verhalten kann man ableiten, das der Käfig möglichst lang und hoch sein sollte. Sogenannte "Kistenkäfige" oder aber Zimmervolieren eignen sich am besten.
Das Tierschutzgesetz sieht für eine artgerechte Haltung ein Käfigmaß für ein Paar Bourkesittiche von 1m x 0,5m x 0,5m vor.

Natürlich gilt auch hier, je größer - desto besser für die Vögel.

Kleine Wellensittichkäfige oder sonstige Zierkäfige wie sie teilweise in den Zoofachhandlungen angeboten werden, sollten gemieden werden oder besser gesagt, sie sind für diesen Vogel absolut nicht geeignet.!!!
Bei den Käfigen sollte man auf eine gut funktionierende Schublade mit einem hohen Rand achten.

Als Bodenbelag kann Vogelsand/Papageiensand oder Buchenholzgranulat verwendet werden.
Die Anflugstangen aus Weichholz mit unterschiedlichen Durchmesser sollten so angebracht werden, das die Mitte des Käfigs als Flugstrecke zur Verfügung steht.
Die Fütterung erfolgt am besten über "lasierte" Tonschalen, bitte achten sie darauf das der Vogel die Futterschalen nicht mit Kot beschmutzen kann. Der Trinknapf sollte in der Nähe von einem Ast, innen am Gitter befestigt/eingehängt werden.

 

Die Zucht


Das wichtigste dabei ist: Es darf ohne Zuchtgenehmigung grundsätzlich nicht gezüchtet werden, auch wenn die Tiere selber behalten werden! Der Grund dafür liegt in der Psittacose* Verordnung. *siehe bei "Krankheiten"

Die Genehmigung muss über den Amtstierarzt beantragt werden. Sollte sich dennoch unverhoffter Nachwuchs einstellen, kann eine Ausnahmegenehmigung über den Amtstierarzt und die entsprechenden Ringe beim Zoologischen Verband, bezogen werden. Auf dem Ring sind die Informationen über Geburtsjahr, Züchternummer (wenn Mitglied ineinem Verband z.B. AZ oder VZE) und laufende Ringnummer eingetragen. Er erfüllt den Zweck, das bei einem Psittacose-Fall der Weg des Vogels zurückverfolgt werden kann, außerdem ist jeder Züchter verpflichtet ein Zuchtbuch zu führen.

Das zweitwichtigste ist, das man sich vor dem Kauf der Tiere ein Grundwissen über Futter und Haltung aneignet.

Um Bourkesittiche erfolgreich zu Züchten, ist es wichtig, das die Einzeltiere sich harmonisch verhalten und sich am besten selbst ausgesucht haben. Freie Partnerwahl

Verhalten sich die Zuchttiere nicht harmonisch zueinander, sollten sie wieder getrennt werden, da von ihnen kaum Nachwuchs zu erwarten ist. Wenn sich ein Paar dann gefunden hat sollte dieses aus der Gruppe entfernt und einzeln gehalten werden. Bourkesittiche können in Brutstimmung etwas aggressiv, gegenüber anderen Sittichen/Vögeln werden.

Dieses erlebte ich selbst, als ich versuchte 1,1 Bourke + 1,1 Schmucksittich in einer Voliere zur Zucht anzusetzen. Der 1,0 Bourke war dominant und hat den 1,0 Schmuck "bekämpft". Seit dieser Zeit züchte ich nur noch mit einem Paar pro Voliere/Zuchtabteil oder aber in Zuchtboxen. Nach mehreren Umbauten züchte Ich zumeist in Zuchtboxen mit den Mindestmaßen 110cm x 55cm x 60cm oder 120cm x 55cm x 45cm. ( B xH x T )

Bourkesittiche sind mit ca.10 Monaten fortpflanzungsfähig. Man sollte aber darauf achten das die Zuchttiere mindestens ein Jahr alt sind. Im ersten Zuchtjahr sollten die jungen Hennen nicht mehr wie zwei Bruten machen. Es sind max.3 Bruten im Jahr möglich.

Am besten wäre es wenn immer mehrere Nistkästen aufgehängt werden, da dann die Bourkesittiche sich ihren Kasten und Nistplatz selbst aussuchen können. In freier Wildbahn beziehen sie hohle, kurze Baumstämme und legen ihre Eier dort auf etwas Holzmulm, der beim bearbeiten der Nisthöhle anfällt. Deshalb sollte der Nistkasten auch mit etwas Hobelspäne oder Sägespänen ausgebettet werden.

Nachdem der Nistkasten ausgesucht und bezugsfertig ist, beginnt der Hahn mit der Balz. Angefangen vom Imponiergehabe bis zum Partner füttern. Ist das Weibchen paarungsbereit, duckt es sich vor dem Hahn, hebt dabei den Schwanz an und lockt mit rufen. Das Weibchen legt dann nach erfolgter Kopulation etwa 2-5 Eier im Abstand von jeweils 1-2 Tagen, welche ca. 20 Tage lang bebrütet werden. Das Brutgeschäft wird nur vom Weibchen erledigt. Der Hahn ist meistens immer in unmittelbarer Nähe des Kastens. Nistkastenkontrollen sollten regelmäßig durchgeführt werden und verlaufen fast immer unproblematisch. Hierzu empfielt es sich, die Kontrolle anzukündigen, indem man von aussen an den Nistkasten leicht anklopft oder mit den Fingern etwas kratzt. Dadurch wird die Henne vorgewarnt und ist dann nicht mehr so schreckhaft.

Um die Aufzucht der Jungvögel kümmern sich beide Elternteile. Die Nestlingszeit beträgt etwa 28 Tage. Zwei Wochen nach dem Ausfliegen sind die Jungvögel voll selbständig und können dann von den Elterntieren getrennt werden. Achtung !! Junge Bourkesittiche sind sehr scheu und ungestüm, sie fliegen unkontrolliert gegen alles, dies kann in ausnahmefällen sogar bis zum Genickbruch führen.

Jeder Halter und Züchter von Sittichen und/oder Papageien sollte sehr intensiv auf die Futterzusammenstellung wert legen. Die Verabreichung eines abwechslungsreichen und vielseitigen Futterangebotes ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Haltung und Zucht.

Zu meinem "normalem" Neophemen-Futter sollte während der Zucht/Aufzucht auch noch Keim- bzw. Quellfutter angeboten werden. Außerdem empfiehlt es sich seperat etwas Sonnenblumenkerne mit anzubieten. Dazu biete ich meinen Zuchtpaaren zur Jungenaufzucht auch noch Rote halbfeste Kolbenhirse an, die sehr gerne angenommen wird.

Obst und Gemüse sollte nach Bedarf verabreicht werden. Natütlich muß Sand, Grit (Mineralien) und/oder Sepiaschale vorhanden sein. Ein gutes Eifutter sollte hauptsächlich vor und nach der Zucht angeboten werden!

Durch gezielte Zucht können die erstaunlichsten Farbkombinationen "erzüchtet" werden. Grundvorraussetzung ist aber, das man sich gut in der Vererbunglehre auskennt und das man ein ordentliches Zuchtbuch führt. Waren es in den 70ér Jahren nur Pastellgelb, Zimt- und Falbe, so sind heutzutage viele Kombinationen möglich, so z.B. Lutino x Opaline (Rosa) -- Rubino oder Opaline (Rosa) x Pastellgelb -- "Lachs" oder Opaline (Rosa) x Falbe -- Opaline-Falben (Rosa-Falben). Siehe dazu auch unter "Bilder" und "Verpaarung" nach.