Die Vererbung

Die Zucht an sich, vermittelt ein größeres Maß an Zufriedenheit, wenn schon vor dem Schlupf der jungen abzusehen ist, welche Farbschläge oder Farbkombinationen entstehen müssten/sollten. Allerdings erfordert dies gewisse Kenntnisse der Vererbungslehre (Genetik) und deren Umsetzung um sein Zuchtziel zu erreichen. (Welchen Farbschlag möchte ich Züchten ?)
Aber: Theorie und Praxis können trotzdem, noch von einander abweichen. !!!

Vorher möchte ich noch einige Begriffe erklären, deren Bedeutung in der Vererbung (Genetik) wichtig sind.

Vererbung, umfasst das weitergeben von bestimmten Eigenschaften, von beiden Elterntieren auf die Nachkommen. Das geschieht nach festen Regeln

Phaenotypus, ist die äußerliche Erscheinung des Vogels.

Genotypus, bezeichnet den Bestand an Erbanlagen (Genen) im Vogel.

Mutation ist eine auftretende Veränderung der Erblichen Eigenschaften in einem Gelege, die noch nie vorgekommen ist. Eine Mutation tritt rein zufällig auf.

Kombination ist eine Vereinigung von zwei oder mehr untersch. Merkmalen/Farbvarianten auf einen Vogeltype.

Selektion, ist die Bezeichnung einer Zuchtform bei der bestimmte Merkmale hervorgehoben/herausgezüchtet werden.

Modifikation nennt man eine Farb-/Typveränderung die nicht durch Vererbung, sondern durch eine Aktivierung von Hormonen, die durch eine Veränderung der Lebensumstände aufgetreten ist.
Ursache für eine Modifikation können sein:
Einseitige und/oder schlechte Fütterung
Zu wenig oder falsches Licht
Nicht Brutreife oder geschwächte Zuchttiere

 

 

Gloger`sche Regel :

Die Gefiederfarben der Sittiche setzen sich aus Gelb, Grün, Blau und Rot zusammen.
Grün wird durch das überlagern von Blau und Gelb gebildet.
Blau entsteht durch den Farbstoff Melanin und lichtbrechende Federstrukturen.
Rot und Gelb sind in den Fettfarbstoff Lipochrom enthalten.
Je feuchter das Lebensgebiet einer Sittichart ist, desto stärker werden die Melanin- und Lipochrom-Anteile. Rot, Blau und Schwarz gewinnen an Intensität
Je trockener ein Gebiet ist, desto mehr gehen die Melanin-und Lipochrom-Anteile zurück und Grün und Rot werden weitgehend durch Gelb ersetzt.


Die wichtigsten Vererbungsformen sind :

Dominant - direkt, hervortretend , überdeckend
Bei dieser Vererbungsform gibt es keine spalterbigen Tiere, dabei ist es gleichgültig ob der 1,0(Hahn) oder die 0,1(Henne) die Farbe trägt. Die Nachzucht zeigt die Farbe sichtbar nach aussen oder sie hat sie nicht. Bei dieser Vererbung gibt es 1 Faktorige und
2 Faktorige Tiere, die äußerlich nicht zu unterscheiden sind.

Rezessiv - verdeckt, nicht direkt sichtbar
Bei dieser Vererbung gibt es sowohl spalterbige Hähne wie auch spalterbige Hennen.
Es müssen aber min. beide Elterntiere spalterbig in der gleichen Farbe sein, damit Farbvögel fallen können.


Geschlechtsgebunden - Die Farbe ist an das Geschlecht gebunden
Wobei der 1,0 zwei Faktoren, das 0,1 nur ein Faktor braucht um die entsprechende Farbe zu zeigen. Merke : Ein 0,1 kann deshalb niemals spalterbig in einer Geschl.geb. Farbe sein.

Intermediär - Dunkelfaktor, bestimmt die Tiefe eines Farbtones.
Bisher nur beim Schönsittich, Glanzsittich und Halsbandsittich bekannt.
Da dieser Dunkelfaktor keine Farbe ist, sondern eine Eigenschaft, welche die Farbtiefe bestimmt, kann er auch auf anderen Farben angewandt werden, etwa auf hellblau. So entsteht dann Kobaltblau und Mauve oder sonst bei Grün bekannt, es entsteht dann dunkelgrün und olivgrün.

 

Zu den Farben sei gesagt, das die Gelb-Mutation bei den Bourkesittichen die älteste ist. Sie trat in Europa bei einen Holländischen-Züchter im Jahr 1957 zuerst auf.
Danach ist 1959 die Zimt-Mutation und wenig später, im Jahre 1961, die Falben-Mutation - ebenfalls bei Holländischen-Züchtern aufgetreten. Dann, im Jahre 1965, trat die gesäumte (Spangle) Mutation, wiederum bei einem Züchter in NL, bei Hr.P.J. Beurskens auf. Erst 1970 trat die Opaline(Rosa)-Mutation, wiederum in Holland bei dem Züchter G.L. Goossens auf.

Es folgten dann die ersten Kombinationen von Rosa mit Gelb und Falbe, sowie noch weitere Kombinationen.
Mitte der `70 Jahre ist dann bei einem Züchter in Deutschland die Schecken-Mutation aufgetreten, die sich allerdings bis heute nicht festigen konnte.
Im Anfang der neunziger Jahre war es wiederum ein Züchter aus NL, bei dem die erste Lutino-Mutation aufgetreten ist. Eine Kombination mit Opaline(Rosa) brachte dann die Rubino-Bourkesittiche hervor.


Mutationsfaktoren beim Bourkesittich

Es gibt drei Farbbestimmende Elemente in denen Veränderungen vorkommen können, als Folge von Mutationen.


1. Melanine:

Es gibt drei bekannte Faktoren, die einen Teilverlust des Melanins im ganzen Gefieder zulassen.
a. Zimt-Faktor(Isabell-Faktor) b.Falbe-Faktor c. Pastell-Faktor

Der totale Verlust des Melanins kommt beim Ino-Faktor vor. (Lutino-Bourke)

Für die Reduzierung des Melanins in einem Teil des Gefieders ist der Opalin-Faktor
maßgebend.

Der Gesäumte-Faktor erzeugt einen totalen Verlust des Melanins in einem Teil des Gefieders

2. Psittacine :

Mutationen sind hier beim Bourkesittich bisher noch nicht aufgetreten.
(Es gibt rote und gelbe Pigmente beim Bourkesittich. Diese sind keine
Carotenoid-Pigmente, die präzise Art ist leider noch nicht bekannt.
Deswegen nennt man diese Pigmente vorübergehend Psittacine.

3. Federstruktur :

Das Blau ist eine Strukturfarbe. Sie kann eine starke Ausbreitung der Blauanteile im ganzen Gefieder bewirken. Dieser Faktor ist ein Struktur-Faktor, genannt Blau-Faktor.
( Blau wird als eine Strukturfarbe genannt, weil die blaue Farbe mit der
Mikrostruktur der Federn zusammenhängt.)